Tanzlinde

Unsere Dorflinde als Wahrzeichen von Sachsenbrunn ist schon ca. 350-360 Jahre alt. Sie hat eine stattliche Höhe von dreizehn Metern, einen Stammumfang von vier Metern und der Kronendurchmesser von etwa zehn Metern ist für eine solch alte Sommerlinde durchaus keine Seltenheit. Unsere Linde wurde gepflanzt, als gerade der Dreißigjährige Krieg zu Ende ging. Im „Inventarium“ der Sachsendorfer Gemeinde des Jahres 1662 sind „zwey Lindlein“ erwähnt. Es wird angenommen, dass eine davon diese heutige Tanzlinde ist.

 

Die Errichtung der Plattform für die Tanzfläche muss im 18. Jahrhundert erfolgt sein, was uns alte Rechnungen belegen.

 

Dass der Astkranz so regelmäßig gewachsen ist, um ein Podium tragen zu können, wurde von klugen Ortsvätern erdacht und es wurde dabei wohl etwas nachgeholfen. Der Tanzboden hat einen Durchmesser von sieben Metern. Nun, vor Zeiten tanzte und sang man gern unter freien Himmel. Damit das Ganze nicht zu schwer wurde, baute man Steinpfeiler stützend unter die Äste. Wenn der Frühling die Linde mit frischen Grün schmückte, luden früher die Dorfmusikanten zum Maientanz ein, Chöre besangen die Heimat, und wenn die Ernte eingebracht war, schwenkten die Kirmesburschen ihre Mädchen über das Podium. Wie viele Generationen schon im Laufe der Jahrhunderte unter dem Blätterdach saßen, weiß keiner mehr so genau zu sagen. Aber jeder, der unsere Sachsenbrunner Linde besucht, spürt sofort das besondere Flair.

 

Besonders zur Kirchweih treffen sich heute Alt und Jung, um der Kirmesgesellschaft beim Tanzen zuzuschauen oder selbst das Tanzbein zu schwingen. Die Sachsenbrunner lieben die Linde, die in ihrer Pracht als Wahrzeichen für ewige Lebenskraft steht und feiern zur Pflege der Traditionen ihr Lindenfest.

 

(von Renate Hofmann)